Montag, 16. November 2009
Zum 65. von Hartmut Nickel
Hartmut Nickel wird 65
Berlin, 16.November 2009
"Kontinuität hat in Berlin einen Namen: Hartmut Nickel!" Dies formulierte vor einigen Jahren Eisbären-Fan Komissarov, als die Vertragsverlängerung von Hartmut Nickel als Co-Trainer des damals in Hohenschönhausen beheimateten Eishockey-Clubs Eisbären Berlin bekanntgegeben wurde. Mittlerweile braucht man solche Informationen schon gar nicht mehr. Denn Eisbären ohne Hartmut Nickel sind undenkbar. Anscheinend sieht es Hartmut genauso, denn allen Fragen nach dem (Un)Ruhestand antwortet er eher schwammig. Damit will Hartmut sicher signalisieren, dass er noch einige Jahre mit hinter der Eisbären-Bank stehen will.
Dieser Platz scheint auch so etwas wie sein Zuhause zu sein. Jetzt zwar nicht mehr im Wellblechpalast sondern in der o2 World, seine Arbeit macht er aber noch mit derselben akribischen Art. Dabei fehlt auch nicht die menschliche Komponente. Schon so einigen gestandenen Cracks standen die Tränen in den Augen, als sie sich nach auslaufenden Verträgen nicht nur von den Eisbären, sondern auch von Hartmut Nickel verabschiedeten. Unvergesslich wie beispielsweise der langjährige Kapitän Marc Fortier nach seinem letzten Spiel auf dem Eis mit den Worten "Einem Menschen möchte ich ganz besonders danken. Er war wie ein Vater für mich und ich werde ihn in meinem ganzen Leben nie vergessen! Danke Hartmut Nickel" verabschiedete. Ein Gänsehaut-Moment.
Unvergesslich auch die Feier im Wellblechpalast nach der ersten Meisterschaft seiner Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) im Jahre 2005, als Hartmut auf die Banner der DDR-Meisterschaften zeigte und zu den Fans sprach: "Schaut mal dort oben. 1966 bis 1988. (in diesem Zeitraum gewann Dynamo Berlin, Vorgängerclub der Eisbären ihre 15 DDR-Meisterschaften / Anm.d.Autors) Und von 1988 bis 2005 hatten wir viele schwierige Dinge zu überstehen. Wir waren die Schiessbude, wir waren die Wundertüte. Dann hatten wir wieder mal kein Geld. Wir sind hingefallen, aber alle wieder aufgestanden. Und jetzt haben wir den Pott in den Welli geholt." Ein Moment, in dem es auch ohne Feuerwerk und Lärm klar wurde, was die Eisbären erreicht haben. Und wie schnell doch die Zeit vergeht.
Im Vordergrund steht bei Hartmut Nickel aber nach wie vor die tägliche Arbeit. Diese findet nicht nur auf dem Eis statt, sondern auch auf der Geschäftsstelle in der Berliner Friedrichstrasse. Dort koordiniert er die Trainings-Zeiten der Eisbären-Teams, sowie die Reisen zu den DEL-Spielorten.
Auch für mich bedeutet Hartmut Nickel Kontinuität. Bei meinem ersten Besuch vor mehr als zwanzig Jahren in der Eishalle 2 im Sportforum Berlin stand er als Trainer hinter der Bande. Und noch heute ist er dort der "Fels in der Brandung!".
Hartmut, ich wünsche Dir, auch im Namen des Hockeyweb-Teams, viel Glück und Schaffenskraft für das neue Lebensjahr. Und noch eine lange Zeit an dem Platz, wo du hingehörst!
Lieber Hartmut, als kleines Geschenk habe ich Dir eine Bildergalerie zusammengestellt, wo einige Abschnitte aus Deinem Trainerleben durch die Fotoagentur City-Press festgehalten wurden!
Hartmut Nickel auf Wikipedia
Freitag, 23. Oktober 2009
Interview mit Bundestrainer Uwe Krupp
Ein ewiges Thema ist der Nachwuchs. Hier gab es auch ein paar interessante Antworten. Ich glaube, zu diesem Thema könnte man ein ganzes Buch füllen.
Auch Krupps Zukunft ist zum Abschluss unseres Gespräches ein Thema gewesen.
Hier nun einml das Interview. Original ist es in drei Teile auf www.hockeyweb.de erschienen. Die jeweilige, bzw. angepassten Einleitungspassagen habe ich mal rausgelassen:
Herr Krupp, neuer Ort, neues Glück? Was denken Sie, wird am Standort München anders sein als letztes Jahr in Frankfurt oder die Jahre zuvor in Hannover? Was ist ihr Eindruck?
Uwe Krupp: Letztes Jahr in Mannheim und in Frankfurt hat es uns, auch vom Interesse der Zuschauer her, gefallen. München ist ein gutes Pflaster für uns, mit einem riesigen Einzugsgebiet von traditionellen Eishockey-Standorten wie Rosenheim, Landshut, Bad Tölz usw.. Von daher erwarten wir aus diesen Regionen viele Zuschauer, welche den bisherigen Weg zum Deutschland-Cup immer als ziemlich weit empfunden haben. Zuschauer die es auch verdient haben, Spitzeneishockey zu sehen.
Stellt der Deutschland-Cup in diesem Jahr eine andere Bedeutung dar? Mit den Olympischen Spielen und den Weltmeisterschaften im eigenen Land stehen noch zwei weitere, wichtigere Turniere an. Wo können die Eishockeyfans den Deutschland-Cup in diesem Jahr einordnen?
UK: Der Deutschland-Cup ist ganz wichtig für die nächsten Turniere. Hier können sich die Jungs zeigen und empfehlen. Wir wollen gut spielen und dabei schon genau schauen, mit wem wir weiter planen können. Es ist auch eine Chance für die Spieler, die neu im Kader sind oder eine zweite Chance bekommen werden. Beispielsweise bin ich sehr auf Thomas Greilinger gespannt. Es ist sehr beeindruckend, wie er sein Leben wieder in den Griff bekommen hat und in der DEL beim ERC Ingolstadt gute Leistungen zeigt.
Wie sieht es mit den “Neulingen” aus?
Da ist der Torwart der Eisbären, Rob Zepp, der definitiv in einem Spiel das Tor hüten wird. Auch hat Ingolstadts Verteidiger Jakub Ficenec jetzt einen deutschen Pass. Ebenfalls wird Jason Holland dabei sein. Der hat jetzt endliche eine Spielerlaubnis für die Nationalmannschaft. Aber auch noch weitere junge Spieler werden eine Chance bekommen. Der endgültige Kader steht erst circa eine Woche vor dem Turnier fest.
Was halten Sie denn generell von Spielern die nicht aus dem deutschen Nachwuchs stammen, sondern eingebürgert wurden?
Prinzipiell ist es mir egal, wo ein Spieler Schlittschuhlaufen gelernt hat. Es wäre auch falsch, wenn ich nicht auf deren Erfahrungen setzen würde. Ganz im Gegenteil, sie sind ja keine schlechten Spieler. Sie agieren seit Jahren in der DEL und kennen hierzulande das Eishockey gut. Im Endeffekt geht es für mich als Bundestrainer auch darum, die beste Mannschaft aufs Eis zu bringen. Ein Team, welches das Eishockey in Deutschland, sowie die DEL gut repräsentieren kann. Zudem ist es auch so, dass sich diese Spieler integrieren wollen. Sie versuchen sogar so gut wie möglich Deutsch zu sprechen und wollen auch, wie zum Beispiel TJ Mulock, international dazulernen.
Herr Krupp, gehen wir die Spiele beim Deutschland Cup einmal einzeln durch. Zum Auftakt geht es gegen die USA. Was ist zu erwarten?
Zu erwarten ist ein sehr emotionales Spiel. Die USA werden eine sehr starke Mannschaft haben. Zwar werden wir den genauen Kader erst kurz vor dem Spiel kennen, aber das sie gut sind, wissen wir jetzt schon. Auch wenn dort wohl Spieler agieren werden, die in Europa spielen. Es werden aber die Besten sein, die in Deutschland, der Schweiz oder in Skandinavien spielen.
Kann man behaupten, dass die US-Amerikaner dann nicht eingespielt sein könnten? Immerhin kommen sie ja erst kurz vor dem Turnier zusammen und spielen ja nicht wirklich oft miteinander?
Obwohl die nicht oft miteinander Spielen, kennen die sich doch sehr gut. Meist waren sie schon als Jugendliche in Spieler-Entwicklungs-Camps. Haben dort zusammen gewohnt, trainiert und gespielt. Das wirkt sicher noch bis heute nach und macht sie mit Sicherheit nicht schlechter.
Gegen die Slowakei. Ist dort vielleicht ein Sieg zu erwarten?
Sicher könnten wir gewinnen. Aber die Slowaken haben anscheinend ihre Schwächeperiode überstanden. Sie hatten schnell ein Nachwuchskonzept auf die Beine gestellt und lassen seit 2007 ihre U 20-Auswahl in der ersten Liga mitspielen. Dies könnte sich natürlich auch positiv für die Slowaken auszahlen. Denn Teile dieser Generation spielen nun auch in der A-Nationalmannschaft.
Im letzten Spiel geht es dann gegen die Schweiz. Das ewige Duell?
Vom ewigen Duell brauchen wir nicht mehr zu sprechen. Das war es zu den Zeiten, als Truntschka oder Kühnhackl noch für Deutschland spielten. Heute laufen wir den Schweizern hinterher. Die Schweizer haben sich zu einem Top-Team in Europa gemausert, sie sind auf Platz 7 der Weltrangliste. Auch wegen ihrer konsequenten Nachwuchsarbeit. Für mich sind die der Favorit auf den Turniersieg.
Herr Krupp, warum sollten sich die Eishockey-Fans unbedingt um Karten für den Deutschland-Cup bemühen?
Ganz einfach: Weil er durch die Teams sehr gut besetzt ist. Außerdem gibt es Eishockey auf einem Niveau geboten, welches die Fans hierzulande nicht so oft sehen.
Wie geht es nach dem Deutschland-Cup weiter? Gibt es dann schon die ersten Entscheidungen für die Olympischen Spiele in Vancouver, was den Kader betrifft?
Mit Sicherheit können wir schon die ersten Entscheidungen treffen. Mit den Eindrücken, die wir gesammelt haben. Aber auch für Spieler die uns nicht so überzeugt haben, ist die Tür nicht zu. Wir werden sie trotzdem weiter beobachten. Ansonsten fliege ich dann erst einmal nach Nordamerika um unsere Spieler aus der NHL und der AHL zu beobachten und mit ihnen zu reden.
Wann und wie entscheiden Sie, wer bei den Olympischen Spielen dabei sein wird?
Einen vorläufigen Kader müssen wir schon im Dezember melden. Wir werden dies, wie schon gesagt, anhand Leistungen beim Deutschland-Cup, sowie in den einzelnen Klubs bewerten.
Wie wichtig ist in diesem Zuge das Vorbereitungsspiel gegen Lettland in Frankfurt?
Eigentlich überhaupt nicht. Weil dort nur ein Teil der Spieler sein wird, die letztendlich mit nach Vancouver fliegen. Fehlen werden definitiv die Spieler, die in Nordamerika sind. Wir freuen uns zwar, am tollen Eishockey-Standort Frankfurt spielen zu dürfen, für das olympische Turnier hat dies aber keinen Stellenwert. So hart es auch klingt, aber in Vancouver werden wir ohne gute Vorbereitung antreten.
Trotzdem, was machen die Olympischen Spiele für einen Eishockeyprofi aus? Abwechslung vom Berufsalltag?
Die Olympischen Spiele sind für die Europäer etwas ganz besonderes. Auch für die Sportler. Die Olympischen Spiele sind ja in Vancouver , in Kanada. Die Spiele sind mehr im Fokus der Nordamerikaner und steigern deren Aufmerksamkeit. Dadurch gewinnt auch das olympische Eishockeyturnier mehr und mehr an Bedeutung. Das bringt auch die Spieler weiter, erweitert dessen Horizont. Dies war ja nicht immer so. Aber die Entwicklung ist ganz gut.
Nach den Olympischen Spielen steht im Mai des kommenden Jahres die Weltmeisterschaften im eigenen Land an. Bereits im Februar 2008 verkündeten Sie, dass sie bei dieser WM mit der Nationalmannschaft “etwas reissen” wollen. Ziel solle es nicht sein, gegen den Abstieg zu spielen. Der olympischen Gedanken soll in Vancouver gelassen werden. Können Sie nun das Ziel genauer definieren? Auch in Anbetracht der letzten WM in der Schweiz, die ja nun überhaupt nicht erfolgreich lief?
Wir wollen noch immer etwas reissen. Wir werden auch die Mannschaft aufstellen, die von diesem Ziel überzeugt ist, die etwas erreichen will. Ich bin davon überzeugt, dass wir dies auch schaffen können. Darauf haben wir hingearbeitet, dass wir so weit wie möglich kommen. Wichtig ist aber, das der Einsatz stimmt und keiner von uns enttäuscht ist. Das sind wir unseren Fans auch schuldig. Mit Sicherheit gab es auch Rückschläge, wie bei der letzten WM in der Schweiz. Diese haben wir aber ausführlich analysiert. Das wird uns weiter bringen.
Herr Krupp, schauen wir noch etwas auf den Nachwuchs. Wie zufrieden sind Sie mit der Nachwuchsarbeit hierzulande und was hat sich seit ihrem Amtsantritt im Dezember 2005 in ihren Augen verändert?
Leider hat sich nicht so viel verändert. Neue Talente kommen immer noch aus den selben Gegenden wie bisher. Es sind meist die bayrischen Vereine, welche die Kinder erst einmal zu Talenten entwickeln. Die Besten von denen gehen dann zu den Klubs, die aktive Nachwuchsarbeit betreiben. Berlin, Mannheim oder Köln seien hier mal genannt. Das war zu Beginn meiner Tätigkeit beim DEB schon so und ändert sich nur sehr schleppend. Positiv anzumerken ist aber die auf den Weg gebrachte Kooperation zwischen dem DEB und der DEL zur Nachwuchsförderung.
Sie nannten Mannheim im Zuge der Nachwuchsarbeit. Vielleicht sollten wir das Jungadlerprojekt etwas kritischer betrachten? In der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL) spielen dort die besten Talente Deutschlands. Allerdings stockt es nach dem altersbedingten Ausscheiden der Spieler von Seiten der Adler her etwas. Die besten Talente werden nur sehr stotternd in ihr DEL-Team integriert.
Fakt ist, die Mannheimer machen eine gute Nachwuchsarbeit. Ich glaube es würde noch schlechter um den deutschen Nachwuchs stehen, wenn es dieses Jungadler-Projekt nicht geben würde. Die Spieler werden dort gefördert und können sich gut aufs Eishockey konzentrieren. Das hilft uns auch in unseren Nachwuchs-Nationalmannschaften weiter. Wie Talente in das DEL-Team integriert werden, geht uns als DEB nichts an. Das ist die Arbeit des Klubs. Es ist aber auch nicht gesagt, dass ein DNL-Topscorer im nächsten Schritt auf dem selben Level bleibt.
Was wäre denn der beste nächste Schritt für einen jungen Spieler, der mit 18 oder 19 Jahren aus der DNL kommt?
Natürlich gibt es auch Ausnahmen, die es gleich in die DEL schaffen. Aber der beste Weg wäre es sicher, wenn sich die Spieler langsam von der Oberliga her, über die 2.Bundesliga für die DEL entwickeln. Bestes Beispiel dafür ist Michael Wolf. Er spielte sich über beide Ligen bis in die DEL und ist heute wahrscheinlich der beste deutsche Stürmer.
Allerdings locken ja auch schon DEL-Klubs mit Verträgen?
Mag sein. Aber wie viele können sich dort letztendlich durchsetzen? Wenn man drei Jahre nur vierte Reihe spielt und es als Aufgabe hat, die Scheibe tief zu spielen, der kann sich nicht wirklich weiterentwickeln. Das Problem ist aber auch, dass einigen Spielern das schon genügt. Dann haben sie noch ein vom Klub gestelltes Auto und fühlen sich dann gut. Aber spielerisch nutzt es ihnen nichts, wenn sie nach dem Training die Pucks einsammeln und nur sporadisch zum Einsatz kommen.
Ein Fokus liegt auf das U20 DEB-Team, welches am Pokalwettbewerb der Eishockey-Spielbetriebs-Gesellschaft ESBG teilnimmt. Immerhin wurde ein nicht so schlecht aufgestelltes Dresdner Zweitliga-Team geschlagen. Wie ist dieser Sieg zu bewerten?
Zunächst ist es für mich absolut positiv zu bewerten, dass sich die ESBG-Klubs so schnell zusammengeschlossen haben und diesen Pokalwettbewerb fix ins Leben riefen. Es ist beeindruckend zu sehen, dass sich diese Klubs im Bezug auf den Nachwuchs in der Pflicht sehen. Der Sieg in Dresden war natürlich eine tolle Sache für uns. Eigentlich, dass wir überhaupt spielen konnten. Auch die Bedingungen dort waren für uns als U20-Team fantastisch. Auch Dank Dresdens Sportchef Steffen Ziesche, der nicht nur ein Förderer des Nachwuchses ist, sondern uns auch in vielerlei Hinsicht geholfen hatte. Der Sieg soll uns natürlich Schwung für weitere Aufgaben geben.
Ist es denn als Bundestrainer schwierig, zu den Trainern der einzelnen Klubs oder Vereine Kontakt zu haben?
Überhaupt nicht. Die Trainer von den Klubs die Nationalspieler abstellen, sind absolut offen mir gegenüber. Dadurch das ich jetzt in Deutschland lebe, besuche ich viele Spiele und habe viel Kontakt mit den Klubs.
Wäre es für Sie nicht reizvoll, selbst einmal in einem DEL-Klub mit Entwicklungspotenzial zu arbeiten? Mal selber an der Basis mit anzupacken?
Momentan konzentriere ich mich voll und ganz auf die anstehenden Turniere. Nach den Weltmeisterschaften bin ich dann schon fünf Jahre dabei. Eine ganz schön lange Zeit. Vielleicht will ich dann etwas verändern. Ob dann aber die DEL die erste Option für mich ist, kann ich auch noch nicht sagen.
Der Name Krupp tauchte dieser Tage in den Hamburger Medien im Zusammenhang mit der Suche der Hamburg Freezers nach einem Sportdirektor auf. Nur ein Gerücht oder gibt es Kontakte mit den Freezers-Verantwortlichen?
Ich hatte keinen Kontakt.
Herr Krupp, vielen dank für das ausführliche Interview.
Kein Problem.
Montag, 14. September 2009
Eisbären vs. Thomas Sabo Ice Tigers
Berlin, 13.September 2009
Mit 3:1 gewannen in einer spielerisch eher mäßigen Partie die Eisbären Berlin gegen die Thomas Sabo Ice Tigers. Sieben Sekunden brauchten dabei die Berliner, um die Weichen auf Sieg zu stellen.
Etwas Pech hatten die Eisbären nach dem ersten Treffer der Ice Tigers zum 0:1 Rückstand. Dies meinte jedenfalls Berlins Verteidiger Andy Roach mit seiner Erfahrung von nunmehr genau 500 DEL-Spielen. Glücklich war es aber nicht, das Tor von Adrian Grygiel, sondern eher sauber in den Kasten von Rob Zepp gearbeitet. Dass davor eigentlich die Eisbären die besseren Möglichkeiten hatten, ist ja bekanntlich in diesem Moment egal.
Trotzdem, oder vielleicht sogar deswegen, machten die Berliner genau da weiter, wo sie aufgehört hatten. Lohn der Mühen: Ein Doppelpack in der achten Spielminute. Erst überwand Stefan Ustorf Nürnbergs Adam Svoboda, sieben Sekunden später erhöhte Steve Walker im Zusammenspiel mit Florian Busch auf 2:1. Für Nürnbergs Trainer Andreas Brockmann zwei individuelle Fehler seiner Mannen. „Beim zweiten Treffer sogar ein Katastrophaler!“.
Mit dem 2:1 Spielstand und einer recht ausgeglichenen Chancen-Verteilung ging es bis hinein ins Schlussdrittel. Dort war es dann Jeff Friesen, der knapp drei Minuten vor Spielende das 3:1 erzielte. Der „Todesstoss“ für die Ice Tigers, die bis dahin gut gekämpft (Brockmann: „Ich kann es nicht mehr hören das wir gut gekämpft haben und keinen Punkt mitnehmen!“) hatten.
Nicht nur für die 14000 Zuschauer in der Berliner o2 World lebte das Spiel eher von der Spannung des knappen Spielstandes. Auch Berlins Trainer Don Jackson sah eine eher mäßige Leistung der Akteure auf dem Eis. (ovk)
Tore:
03:43 0:1 Grygiel A. (Spang D., Keller F.), EQ
07:32 1:1 Ustorf S. (Mulock T. J., Friesen J.), EQ
07:39 2:1 Walker S. (Busch F.), EQ
57:16 3:1 Friesen J. (Mulock T. J., Walser D.), EQ
Torschüsse
Eisbären 27 (13,7,7)
Nürnberg 22 (11,8,3)
Strafminuten:
Eisbären 16 (2,8,6)
Nürnberg 14 (2,6,6)
Schiedsrichter:
Daniel Piechaczek/ Ulpi Sicorschi
Zuschauer:
14.000
Eisbären vs. ERC Ingolstadt
Berlin, 6.September 2009
Mit 3:0 gegen den ERC Ingolstadt gewannen die Eisbären Berlin ihr erstes Heimspiel in der neuen Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Vor 14100 Zuschauern in der o2 World konnten die Berliner so die Scharte ihrer Auftaktniederlage bei den Kassel Huskies (3:8) auswetzen. Dabei agierte der Titelverteidiger diesmal in der Defensive souverän.
Mit dabei war wieder der Berliner Torhüter Rob Zepp, welcher zuletzt nach einer Rippenprellung noch pausieren musste. Anscheinend hatte er diese gut in den Griff bekommen, denn er konnte seinen Kasten sauber halten.
Von Anfang an dominierten die Eisbären das Spiel, ließen den Gästen kaum eine Chance zu. Selbst der Ingolstädter Trainer Bob Manno sah dies bereits in der 11. Spielminute ein („Ich wusste, dass wir das Time-out zum Ende des Spiels nicht mehr brauchen“) und nahm noch einmal zur Erinnerung des Panthers-Gameplan („Wir wollten mit einem Unentschieden aus dem ersten Drittel gehen!“) eine Auszeit. Klappte auch, denn die Berliner konnten keinen Puck hinter Dimitri Pätzold unterbringen.
Fast zwanzig Minute nach der Auszeit dauerte die „Ingolstädter Blockade“ noch an, ehe Steve Walker eher unspektakulär am langen Pfosten einen Querpass von Stefan Ustorf in die Maschen umleitete. Etwas mehr als sieben Minuten später erhöhte Neuzugang Jeff Friesen den Spielstand um ein weiteres Tor. Noch in der Pause analysierte er, dass seine Eisbären ihre Spielweise noch einmal steigern müssten. Der einstige NHL-Profi lebte es so seinen Mitspielern vor. Denn schon am ersten Tor hatte er seine Anteile.
Auch im letzten Drittel setzten die Eisbären ihre Präsenz fort, erzielten durch André Rankel den 3:0-Endstand.
Für Eisbären-Trainer Don Jackson ein gelungener Nachmittag: „Wir haben hart gearbeitet. Die Jungs waren richtig stark.“(ovk)
Tore:
30:46 1:0 Walker S. (Ustorf S., Friesen J.), EQ
38:04 2:0 Friesen J. (Ustorf S., Mulock T. J.), EQ
46:01 3:0 Rankel A. (Degon M., Felski S.)
Strafminuten:
Eisbären 6 (2,0,4)
Ingolstadt 14 (4,0,10)
Schiedsrichter:
Stephan Bauer
Zuschauer:
14.100
Teamcheck Eisbären Berlin
Eine neue Reise beginnt
Berlin, 3.September 2009
Das ist neu 2009/10
Fünf neue Spieler hat der Eisbären-Kader in der kommenden Spielzeit. Einer davon ist aber ein alter Bekannter. Verteidiger Derrick Walser agierte bereits von 2004 bis 2006 in Berlin und hinterließ einen bleibenden Eindruck. Nach dem überraschenden Abgang von Deron Quint in die KHL war letztendlich der Weg für sein Comeback auf dem Berliner Eis frei. Allerdings hat Walser an seiner Fitness noch hart zu arbeiten. „Derrick ist sehr talentiert. Er soll einer der besten Spieler unseres Teams und der Liga werden.“, sagt Coach Jackson zum „alten Neuen“.
An Marvin Degon waren die Eisbären bereits vor der abgelaufenen Saison interessiert. Nur zögerte der US-Amerikaner für die Eisbären einen Tick zu lange mit der Unterschrift, weil er doch noch mit einem Engagement in der NHL liebäugelte. Als dies nicht klappte, unterschrieb er einen Einjahresvertrag bei den Grizzly Adams Wolfsburg und war somit schon einmal geografisch gesehen in der Nähe der Berliner. Degon ersetzt die Kontingentstelle des zehn Jahre älteren Brandon Smith (36), der von den Eisbären kein neues Angebot mehr bekam. Degon bewies laut Jackson bereits in der abgelaufenen Saison, sowie nach der Vorbereitung, dass er ein kompakter Spieler ist.
Mit Nationalstürmer T.J. Mulock kommt ein Topspieler aus der 2.Bundesliga, der es genauso wie sein Bruder Tyson in der deutschen Eliteklasse versuchen möchte. Ob er die Aufgaben eines Spielers wie Nathan Robinson übernehmen kann, ist allerdings fraglich. Bisher machte er aber einen guten Eindruck. Zeigte Leidenschaft, Bissigkeit und harten Einsatz. Auch Eisbären-Routinier Stefan Ustorf bescheinigte ihm bisher, ein „guter Eishockeyspieler“ zu sein.
Bei der Verpflichtung von Chris Hahn schieden sich die Geister. In der Vorbereitungsphase des Meisters hatte er allerdings einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Schnell und technisch gut beschlagen, geht der mit 1,74 m doch recht kleine Spieler auch dem Körperbetonten Spiel nicht aus dem Weg. Er spielt hart, schnell und klug und ist wohl ein idealer Mann für das Unterzahl-Spiel. Der vor 24 Jahre in Kanada geborene Hahn besitzt aufgrund seiner Vorfahren einen deutschen Pass.
Gebürtige Deutsche ist auch die Mutter von Jeff Friesen, dem fünften Neuzugang der Eisbären. Der 33-Jährige kam auf die Empfehlung von Marco Sturm an die Spree. Zwei Jahre lang hatte der Kanadier nicht der Hartgummischeibe hinterher gejagt und versucht nun in Deutschland wieder auf Kurs zu kommen. Zunächst im Training, sowie in den Testspielen konnte der einstige NHL-Star (fast 1000 Spiele) letztendlich nicht nur Mannschaft und Trainer, sondern auch Manager Peter John Lee überzeugen.
Das muss besser werden
Sucht man bei dem Team, welches zuletzt die Liga dominierte nach Verbesserungen, ist dies ein schweres unterfangen. Aber tatsächlich gibt es einige Punkte, die verbessert werden könnten. Vor allem gegen deutlich schwächere Teams lassen die Berliner öfter den „Bruder Leichtfuss“ agieren. Natürlich sind auch in dem langen Saisonverlauf schwächere Spiele nicht ausgeschlossen, aber gerade bei solchen Begegnungen schien bisher die Motivation nicht immer vollends vorhanden zu sein. Auch in der Abwehr gab es bisher die einen oder anderen Aussetzer. Zwar ist bei den Eisbären der „Angriff die beste Verteidigung“, allerdings erlebt man auch öfter ein „wie gewonnen, so zerronnen“, wenn nach dem umjubelten Tor der plötzliche Gegentreffer fällt.
Das könnte passieren
Die Eisbären gelten erneut als Titelfavorit. Das erreichen der Play-offs ist von daher kein Wunschdenken, sondern auch Anspruch. Anders als in der abgelaufenen Spielzeit müssen sich die Jackson-Schützlinge nur auf die DEL konzentrieren, da die Champions Hockey League (CHL) in dieser Saison pausiert. Andererseits fehlt nun auch die internationale Herausforderung, welche nicht nur Geld in die Kassen des Klubs spülte, sondern vor Allem in der weiteren Entwicklung der meist jungen Spieler sehr förderlich war.
Fazit
Die Eisbären befinden sich auf nahezu demselben Weg wie in den letzten Jahren. Wobei die Mischung immer besser und reifer wird. Allerdings gilt es in der Entwicklung der jungen Spieler nun auch darum, dass diese immer mehr Verantwortung übernehmen müssen um vielleicht schon ab der Saison 2010/11 in die Positionen der Routiniers Steve Walker (36 Jahre alt) oder Stefan Ustorf (35) zu schlüpfen. Ein Umbruch in den nächsten Jahren ist unausweichlich.
Abzuwarten bleibt auch, wie sich der Doping-Ärger um Florian Busch entwickelt. Wird der 24-jährige gebürtige Bayer im weiteren Saisonverlauf für den Spielbetrieb in der DEL gesperrt, so wäre das für die Eisbären, trotz eines tief besetzten Kaders, ein herber Verlust. Spannend könnte es auch werden, falls sich Torhüter Rob Zepp verletzen sollte. Mit Sebastian Albrecht und Markus Keller haben dort die Berliner zwei DEL-Neulinge auf der Back-up-Position. Allerdings hätte Manager Lee wenigstens mit den noch freien Ausländer-Lizenzen etwas mehr Flexibilität. Im Fazit sind die Berliner aber gut gerüstet, um sich der von einigen Gegnern ausgerufenen „Eisbärenjagd“ zu stellen.
Oliver Koch
Montag, 3. August 2009
Der Sommer...
Meine Meldung für Hockeyweb war aber noch eher knapp, wobei die Botschaft eher auf die verspätete Landung des Goalies gemünzt war.
Here it is...
Eisbären: Meister startet in die Vorbereitung
Berlin, 2.August 2009
Auch beim Meister Eisbären Berlin beginnt in der kommenden Woche die Saisonvorbereitung. Am Montag und Dienstag stehen die Fitness-Test auf dem Programm, ab Mittwoch geht es dann zum Eis-Training in den Wellblechpalast.
Fehlen wird dann aber noch Torhüter Rob Zepp, der seinen Flug aus Nordamerika kurzfristig absagen musste. Grund dafür ist ein Magen-Darm-Virus. Der Meister-Keeper wird am Mittwoch in der Hauptstadt erwartet.
Die ersten Testspiele absolvieren die Berliner beim Clean-Rohr-Cup in Dresden (14. - 16. August), wo es neben Gastgeber Eislöwen Dresden (2.Bundesliga) gegen Ligarivalen Grizzly Adams Wolfsburg sowie Pilsen (tschechische Extraliga) geht. (ovk)
Donnerstag, 30. Juli 2009
Die unendliche Geschichte - der Fall Busch
Fall Busch: Nächster Akt im "Doping-Ärger"
Berlin, 29.Juli 2009
Die Strafe gegen Florian Busch, im Vergehen einer zunächst verweigerten Doping-Probe und der daraus resultierenden Sperre von 22 Monaten (nach Urteil des CAS in Lausanne/Schweiz) ist, nach dem Einlegen von Rechtsmitteln durch Buschs Anwalt, zunächst vom zuständigen Schweizer Bundesgericht bis zum 31.August vom Vollzug "aufgehoben" worden. Bis dahin haben die anklagende Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sowie der Internationale Sportgerichtshof (CAS) Gelegengheit, bei dem Bundesgericht ihre Stellungnahmen zu dem "Fall Busch" abzugeben.
"Ein erster Schritt in die richtige Richtung!", wie Georg Engelbrecht, Anwalt des Berliner Nationalstürmers, zum Sport-Informations-Dienst (SID) sagte. Zumindest könnte nun die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) dem Lizenzierungs-Antrag von Florian Busch für seinen Arbeitgeber Eisbären Berlin stattgeben.
Die WADA bekräftigt das CAS-Urteil und steht mit den zuständigen nationalen und internationalen Stellen im Kontakt, um die Sperre durchzusetzen. (ovk)
Freitag, 10. Juli 2009
Ein großer Trainer ist abgetreten
Ein großer Trainer ist abgetreten
Ingolstadt/Berlin, 10.Juli 2009
Erinnerungen an Ron Kennedy von den Hockeyweb-Redakteuren Arno Nahler (Ingolstadt) und Oliver Koch (Berlin)
Unvergessen in Ingolstadt
Den 23. November 2007 wird niemand vergessen, der damals in der Saturn-Arena zugegen war. Ron Kennedy, die Institution der Ingolstädter Panther, wurde nach einer längeren Niederlagenserie entlassen. Zusammen mit seinem Co-Trainer Jamie Bartman und Manager Stefan Wagner verließ er mit versteinerter Miene zum letzten Mal das Eisstadion, in dem er jahrelang seine größten Erfolge feiern konnte. Bei allen Beteiligten herrschte damals große Betroffenheit. Und niemand ahnte, dass Ron Kennedy nur 20 Monate später tot sein würde. Natürlich wusste man von seiner Erkrankung. Aber Kennedy selbst strahlte solch einen Optimismus aus, dass man einfach an eine dauerhafte Genesung glauben musste. Doch nun hat er seinen schwersten Kampf endgültig verloren.
2003 kam Ron Kennedy nach Ingolstadt und führte die Panther gleich in das Halbfinale der DEL. Als in der darauf folgenden Saison das gleiche Kunststück gelang, hatte der kanadische Trainer bei den Panther-Fans endgültig Kultstatus erreicht. Sportlicher Höhepunkt war im Jahre 2005 dann der Gewinn des Deutschen Eishockeypokals. Das sah auch Kennedy in der Rückschau so: „Der Pokalsieg wird hängen bleiben.“ In der Saison 2005/2006 belegten die Panther an 17 Spieltagen den ersten Platz in der DEL und starteten als Mitfavoriten in die Playoff-Runde. Doch von nun an ging es nur noch bergab: Dem frühen Ausscheiden gegen Hannover folgte wenig später die schwere Erkrankung von Ron Kennedy. Zwar kehrte er danach noch einmal für kurze Zeit an die Bande in der Saturn-Arena zurück. Aber die sportliche Talfahrt konnte Kennedy genauso wenig aufhalten wie seine zahlreichen Nachfolger.
Über deren Gründe zu spekulieren ist müßig. Natürlich haben Ron Kennedy und Manager Stefan Wagner durch personelle Fehlentscheidungen mit dazu beigetragen. Doch dies hat nun alles keine Bedeutung mehr.
Was bleibt, ist die Erinnerung an Ron Kennedy als ein Eishockey-Besessener, der mit Beharrlichkeit und Fleiß, ausgeprägtem Fachwissen und fast grenzenlosem Optimismus seine Teams zu großen Erfolgen führte.
Ron Kennedy hat sich um das Ingolstädter Eishockey verdient gemacht!
(Arno Nahler)
Unvergessen in Berlin
Es war im Sommer 1996, als Ron Kennedy erstmals als Cheftrainer den Wellblechpalast betrat. Es war der Beginn einer neuen Epoche im Berliner Stadtteil Hohenschönhausen, wo das Kellerkind der Liga, der EHC Eisbären Berlin, einen Neuanfang wagte. Nach dem „Bosman-Urteil“ und dem entsprechenden Wegfall der Importspieler-Beschränkung kam zu diesem Zeitpunkt ein Team zusammen, welches in den Jahren der Endneunziger für viel Aufsehen sorgte. Eigentlich sollte damals der spätere NHL-Coach Andy Murray an der Stelle von Kennedy stehen, aber der entschied sich für eine Trainerkarriere in Nordamerika.
Ron Kennedy sorgte mit den Eisbären in der Spielzeit 1996/97 für Furore. Nicht nur der Wellblechpalast wurde in dieser Zeit ein Garant für Heimsiege, auch in fremden Stadien sorgten die Ostberliner für Beifall. Plötzlich war man nicht mehr die Schiessbude der Liga.
Der Erfolg, und die wohl markanteste Duftmarke in der Berlin-Ära Kennedys war wohl der erstmalige Einzug in das Play-off-Viertelfinale. Dort wartete der einstige Stadtrivale Berlin Capitals. In insgesamt vier Spielen (drei Siege, eine Niederlage) vollzogen die Eisbären den Machtwechsel im Berliner Eishockey. Die Berliner Gazetten waren voll mit Bildern jubelnder Fans, zusammen mit Ron Kennedy. Ohne Zweifel wurde dort Geschichte geschrieben.
Weiter wuchsen, nach dem erreichen des Halbfinales, die Bäume bis in den Himmel. Allerdings war der Traum von der ersten gesamtdeutschen Meisterschaft dann noch eine Nummer zu groß. Nach vier Spielen war gegen die Kassel Huskies Schluss. Im Endeffekt machten die Eisbären unter Ron Kennedy aber einen großen Schritt, kamen im Oberhaus der Deutschen Eishockeyliga (DEL) an.
Für die kommende Spielzeit 97/98 waren somit die Ziele gesteckt. Erfolge sollten her, welche aber in der ersten Saisonphase nur zäh zu erreichen schienen. Der Anfang vom Ende für Ron Kennedy als Trainer in Berlin. Letztendlich musste er seinen Platz räumen und ihn an seinen damalige Co-Trainer Peter John Lee übergeben. Für ihn und seiner damaligen Lebensgefährtin und späteren Frau Ricci ein sehr schwerer Schritt, fühlten sie sich doch sichtlich in der Hauptstadt wohl. Schon wie sein berühmter Namensvetter, der ehemalige US-Präsident John F. Kennedy, konnte er behaupten: "Ich bin ein Berliner!"
Ron Kennedy wird in Berlin unvergessen bleiben.
(Oliver Koch)
Sein Leben war das Eishockey
Seit unserem gemeinsamen Abschied aus Ingolstadt ist der Kontakt zu ihm und seiner Frau nie abgerissen. Er war ein Profi durch und durch und hat immer versucht, das Beste für sein Team zu geben und ist dabei doch immer menschlich geblieben. Er hat jeden respektiert, sei es der Topstar oder ein Mitglied des Betreuerteams. Sein Leben war das Eishockey. Am meisten beeindruckt hat mich allerdings der Umgang mit seiner Krankheit. Ich habe nie erlebt, daß er mit seinem Schicksal gehadert hat. Ron war bis zuletzt ein äußerst positiver Mensch.
(Stefan Wagner - von 2002 bis 2008 Geschäftsführer des ERC Ingolstadt - seit Mai 2009 Manager der Schwenninger Wild Wings)
Samstag, 4. Juli 2009
Für Hockeyweb
Berlin, 28.Mai 2009
Ehemalige Spieler entscheiden heute Meisterschaften, aber trotzdem scheint dieses Projekt nun am Ende zu sein.
Mit den Eisbären Juniors wird ein weiteres Team nicht mehr in der Oberliga antreten. Das Farmteam des Deutschen Meisters Eisbären Berlin wird sich nach Hockeyweb-Informationen aus dem Betrieb der dritthöchsten deutschen Spielklasse zurückziehen.
Einer der beiden Hauptgründe soll dabei die geplante Neustrukturierung der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) sein. Dabei sollen ab der Spielzeit 2010/11 die Altersklassen auf 16 bis 18 Jahre, plus der „Overager“ bis 19 Jahre (bisher 18) erweitert werden. Genau die größtenteils in der Entwicklung entscheidenden Jahrgänge, mit denen die Berliner bisher in der Oberliga angetreten sind. Ob aber der Lerneffekt in der neustrukturierten DNL der gleiche ist, bleibt fraglich - zeichnete sich die Entwicklung der meisten Juniors-Spieler doch darin ab, dass sie gegen erfahrene Cracks im Spielbetrieb ihren Mann stehen mussten. Ein wichtiger Punkt, auf den stets Wert gelegt wurde und auch über die Grenzen Berlins hinaus für Ansehen sorgte.
Zuletzt lobte der Trainer der Adler Mannheim, Doug Mason, das Berliner Juniors-Projekt. „In Berlin ist es so, dass die jungen Spieler in entscheidenden Situationen auf dem Eis stehen müssen. Sie können sich hinter keinem Ausländer oder anderen erfahrenen Spieler verstecken. Und das ist der Punkt, weshalb die Spieler dort so gut ausgebildet werden und sogar Meisterschaften entscheiden.“
Aber auch der wirtschaftliche Aspekt scheint der zweite Hauptgrund für den Ruckzug zu sein. Es ist unübersehbar, dass dieses Projekt ein Zuschussgeschäft war. Sponsoren sind Mangelware und zeigen wahrscheinlich nur ihren guten Willen wegen der weiter greifenden Nachwuchsarbeit. Auch bei den Fans stößt dieses Projekt, schaut man auf die Resonanz, wohl auf wenig Gegenliebe. Selbst die Tatsache, dass die jungen Cracks noch im einst innig und heiß geliebten - und vor dem Umzug in die o2 World so tränenreich verabschiedeten – Wellblechpalast spielen, war kein Grund, den Zuschauerschnitt vielleicht mal in einen mittleren dreistelligen Bereich zu heben. Vielleicht auch dem geschuldet, dass der sportliche Erfolg eher mager war. Aufgrund des Ausbildungscharakters allerdings teilweise nachvollziehbar.
Kein Pfund, mit dem für eine weitere Finanzierung auf dem bisherigen Niveau dieses Nachwuchsprojektes gewuchert werden könnte. Eher müssten die Kosten wohl auf das DEL-Team abgewälzt werden. Dies ist aber unvorstellbar, gilt es doch eine schlagkräftige Mannschaft zu haben um weiter Zuschauer für sich und ihren Sport zu begeistern und zu binden. Da mag jeder Cent gut angelegt sein. Für ein eigenes Farmteam bleibt dann mit Sicherheit nicht mehr viel übrig.
Wie kann es nun in der kommenden Saison weitergehen? Zum einen gibt es da den einstigen Kooperationspartner der Juniors, FASS Berlin. Dort werden Spieler unterkommen, die noch zur Schule gehen. Vorstellbar ist auch eine Zusammenarbeit mit den Dresdner Eislöwen, welche mit Sicherheit an Talenten zur Kaderergänzung interessiert sind. Der dortige Manager Steffen Ziesche war bis vor wenigen Wochen noch Sportdirektor bei den Eisbären Juniors.
Ein offizielles Statement zu dem Projekt wird für die nächsten Tage erwartet. (Oliver Koch)
(Erschienen am 28.Mai 2009 - HIER )
Dienstag, 30. Juni 2009
Sommergeruch
Okay, klingt vielleicht etwas jetzt etwas blöd, was ich hier schreibe, aber irgendwie muss ich es mir ja schön reden, dass mein Auto keine Klimanalage hat und ich entsprechend die heutige schwülwarme Berliner Luft, zusammen mir Autoabgasen in der Berliner Rush-hour Lunge nehmen musste.
Aber auch das habe ich überlebt.... und in Kreuzberg roch es wirklich nicht so schlecht.
Donnerstag, 25. Juni 2009
Busch und (k)ein Ende
Busch-Sperre auch für DEL gültig?
Eisbären-Stürmer Florian Busch wurde, wie gestern bekannt wurde, vom internationalen Sportgerichtshof (CAS) wegen seiner nicht abgegebenen Dopingprobe bis zum 21.Februar 2011 gesperrt. Zumindest auf internationaler Ebene. Ob es zu einer Sperre in der deutschen Eliteliga DEL kommt, ist dagegen noch fraglich und kann zu einer weiteren Hängepartie werden.
Sagen möchte Florian Busch zum Urteil der CAS noch nichts. Vielleicht in zwei oder drei Tagen, wie der Eisbären-Stürmer heute Vormittag verkündete. Zwischenzeitlich schafft er sich ein wenig Abwechslung, indem er in zwei Berliner Kitas die Aktion einer Krankenkasse sowie dem Landessportbund Berlin unterstützt und mit den Kindern bastelt und malt. Sein fast pausenlos klingelndes Handy versucht er dabei weitestgehend zu ignorieren.
Dabei gibt es viele Fragen.
Die wichtigste Frage dabei ist, ob Busch nun auch national, also für die Deutsche Eishockeyliga (DEL) -genauer gesagt für seinen Arbeitgeber Eisbären Berlin, noch spielen darf. Die Sichtweise von Buschs Anwalt Georg Engelbrecht (ist selber Richter bei der CAS) sowie der Berliner nach dem ersten studieren des Urteils ist, dass Busch nur international, respektive für die Nationalmannschaft gesperrt sein könne. Busch wurde damals in seiner Funktion als Nationalspieler für den Deutschen Eishockeybund (DEB) von der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) getestet.
Die DEL, welche autonom vom DEB agiert, hält sich diesbezüglich aber noch bedeckt. Sie wollen erst einmal das Urteil prüfen und eventuell mit weiterem Rechtsbeistand schauen, ob es Punkte für eine eventuelle Sperre gäbe, wie Geschäftsführer Gernot Tripcke in einer Stellungnahme sagte. Weitere Informationen über den Verlauf werden für Anfang der kommenden Woche erwartet. Außerdem könne man erst entscheiden, wenn der Spieler zur Lizenzierung angemeldet wurde. Dies geschieht meist immer erst kurz vor Saisonbeginn, Ende August.
Sollte die DEL Busch sperren, könnte es zum Prozess beim zuständigen Zivilgericht führen, wie es Anwalt Engelbrecht in Agenturmeldungen darlegte. „Dieser internationale Schiedsspruch kann erst dann in Deutschland vollstreckt werden, wenn ihn ein nationales Gericht bestätigt.“ Die CAS-Richter hatten aber betont, dass Busch auch national nicht Spielen dürfe.
Die Sperre im internationalen Bereich bleibt dagegen unbestritten. Zudem hatte Busch als DEB-Spieler bei der WM 2008 in Halifax/Kanada eine Athletenvereinbarung unterschrieben, welche sich der Dopingbestimmungen sowie der CAS-Gerichtsbarkeit unterwirft.
Unterdessen positionieren sich die Eisbären Berlin und wollen trotzdem am Vertrag mit dem Angreifer festhalten. Manager Peter John Lee: „Eine Kündigung ist kein Thema!“. (ovk)
"Ihnen ist es egal was wir denken"
Montag, 22. Juni 2009
Fundstück
So fand ich heute in einem Retweet vom elektrischen Reporter Mario Sixtus den Tweet von Markus Lezaun mit der Verlinkung zu einer - nenne ich es mal - witzigen Grafik.
Darin wird gezeigt, wie sich doch die Zeiten bzgl. Internetvermarktung usw. bzw. den Tools zum Mitmachinternet und Social-Bookmarking geändert haben.
HIER GEHT ES ZU DER GRAFIK
War früher eigentlich immer der Artikel entscheidend, spielt dieser zwar nun immer noch eine übergeordnete Rolle, allerdings nur noch minimal.
Ich sehe es so, dass Werbung zwar ein wichtiger Bestandteil von kommerziellen Seiten ist, allerdings sollte man dies vielleicht auch nicht übertreiben. Die Botschaft der jeweiligen Nachrichten sollte noch immer klar zu erkennen sein und nicht von diversen bunten Bildchen abgelenkt werden.
Was mich aber meist nervt sind die Paltzierungen der "Google Adwords" an den unmöglichsten Stellen. Manchmal ist diese Unübersichtlichkeit dermaßen irritierend, dass ich dann die Seite eher wegklicke.
Aber letztendlich ist ja jeder für den Erfolg seines Blogs eh verantwortlich. Na und wer bewusst aus seinem Hobby ein Geschäftsmodell machen will, sollte vielleicht seine Freizeitplanungen neu überdenken.
Freitag, 19. Juni 2009
Schuld sind die Downloads
Mhhh..., mag natürlich in dieser "weltwirtschaftlichen Zeit" vielerlei Gründe haben, den "besten" Grund bietet aber Ex Viva-Chef und Popkomm-Vater Dieter Gorny. Schuld sind die Downloads! Nachzulesen u.a. hier bei Focus-Online.
Interessant ist jetzt aber auch die Resonanz auf meinem Lieblingsmicrobloggerdienst Twitter.
Dort entwickelte sich wieder mal so eine Art Eigenleben und die Schuld an sämtlichen Situationen, Begebenheiten oder sonstigem wird an den Downloads gesucht. Natürlich mit dem Hashtag #machswiegorny .
Kostenproben gibt es HIER
Neulich gelesen
"Handelsblatt", S. 16
Gefunden im Newsletter von turi2.de vom 17.Juni 2009
Donnerstag, 18. Juni 2009
Sperrwache
Dafür treten gerade viele aktive Internet-User in Berlin am Brandenburger Tor ein.
Der Bundestag will heute über ein Gesetz zur Einführung einer umfassenden Sperrinfrastruktur zur Bekämpfung von Kinderpornographie abschließend beraten.
Immerhin, der Bundestag wiederspiegelt ja des Volkes Meinung. Von daher ist es wichtig, diese vielleicht noch einmal kurz vor der Beratung daran zu erinnern. Dafür hat sich nun ein Protest am Brandenburger Tor, nur einen Steinwurf von dem sich im Berliner Reichstag befindlichen Bundestag, formiert.
Interessante Links dazu gibt es bei datenschutz-ist-buergerrecht.de oder Infos von der Mahnwache hier bei Twitter
Dienstag, 16. Juni 2009
Schicksal?
Ob dieser Tag für mich geschichtsträchtig wird, bleibt sicher auch relativ. Eines habe ich aber immerhin getan: Ich habe meinn neues Blog mit einem ersten Beitrag bestückt. Dieser wird zwar mit Sicherheit nicht in den Weg irgendwelcher Geschichtsbücher finden, aber vielleicht wird es für mich ein Meilenstein. Obwohl ich ja diesbezüglich eher minimalistisch denke.
Spannend ist es aber herauszufinden, wie andere, "wichtige" Blogs mal begonnen haben. Da stieß ich heute rein zufällig (und jetzt kommen wir vielleicht der Überschrift etwas näher) auf das "gezwitscher" von Robert Basic. Der empfahl dort einen Beitrag auf blogdrauf.de: Der Erste Beitrag Populärer Deutscher Blogs - Eine Interessante Ansammlung!
Mit dabei sind u.a. Basicthinking, Googlewatchblog, Spreeblick, Karriere-Bibel-Blog, saschalobo, Frank Helmschrott usw.
Ich sehe also, dass jeder mal angefangen hat. ;o)
Schade, keine CHL







