Montag, 16. November 2009

Zum 65. von Hartmut Nickel

Er ist DER EISBÄR überhaupt. Deshalb habe ich ihm über Hockeyweb.de auch Geburtstagswünsche zukommen lassen!

Hartmut Nickel wird 65
Berlin, 16.November 2009

"Kontinuität hat in Berlin einen Namen: Hartmut Nickel!" Dies formulierte vor einigen Jahren Eisbären-Fan Komissarov, als die Vertragsverlängerung von Hartmut Nickel als Co-Trainer des damals in Hohenschönhausen beheimateten Eishockey-Clubs Eisbären Berlin bekanntgegeben wurde. Mittlerweile braucht man solche Informationen schon gar nicht mehr. Denn Eisbären ohne Hartmut Nickel sind undenkbar. Anscheinend sieht es Hartmut genauso, denn allen Fragen nach dem (Un)Ruhestand antwortet er eher schwammig. Damit will Hartmut sicher signalisieren, dass er noch einige Jahre mit hinter der Eisbären-Bank stehen will.

Dieser Platz scheint auch so etwas wie sein Zuhause zu sein. Jetzt zwar nicht mehr im Wellblechpalast sondern in der o2 World, seine Arbeit macht er aber noch mit derselben akribischen Art. Dabei fehlt auch nicht die menschliche Komponente. Schon so einigen gestandenen Cracks standen die Tränen in den Augen, als sie sich nach auslaufenden Verträgen nicht nur von den Eisbären, sondern auch von Hartmut Nickel verabschiedeten. Unvergesslich wie beispielsweise der langjährige Kapitän Marc Fortier nach seinem letzten Spiel auf dem Eis mit den Worten "Einem Menschen möchte ich ganz besonders danken. Er war wie ein Vater für mich und ich werde ihn in meinem ganzen Leben nie vergessen! Danke Hartmut Nickel" verabschiedete. Ein Gänsehaut-Moment.

Unvergesslich auch die Feier im Wellblechpalast nach der ersten Meisterschaft seiner Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) im Jahre 2005, als Hartmut auf die Banner der DDR-Meisterschaften zeigte und zu den Fans sprach: "Schaut mal dort oben. 1966 bis 1988. (in diesem Zeitraum gewann Dynamo Berlin, Vorgängerclub der Eisbären ihre 15 DDR-Meisterschaften / Anm.d.Autors) Und von 1988 bis 2005 hatten wir viele schwierige Dinge zu überstehen. Wir waren die Schiessbude, wir waren die Wundertüte. Dann hatten wir wieder mal kein Geld. Wir sind hingefallen, aber alle wieder aufgestanden. Und jetzt haben wir den Pott in den Welli geholt." Ein Moment, in dem es auch ohne Feuerwerk und Lärm klar wurde, was die Eisbären erreicht haben. Und wie schnell doch die Zeit vergeht.

Im Vordergrund steht bei Hartmut Nickel aber nach wie vor die tägliche Arbeit. Diese findet nicht nur auf dem Eis statt, sondern auch auf der Geschäftsstelle in der Berliner Friedrichstrasse. Dort koordiniert er die Trainings-Zeiten der Eisbären-Teams, sowie die Reisen zu den DEL-Spielorten.

Auch für mich bedeutet Hartmut Nickel Kontinuität. Bei meinem ersten Besuch vor mehr als zwanzig Jahren in der Eishalle 2 im Sportforum Berlin stand er als Trainer hinter der Bande. Und noch heute ist er dort der "Fels in der Brandung!".

Hartmut, ich wünsche Dir, auch im Namen des Hockeyweb-Teams, viel Glück und Schaffenskraft für das neue Lebensjahr. Und noch eine lange Zeit an dem Platz, wo du hingehörst!

Lieber Hartmut, als kleines Geschenk habe ich Dir eine Bildergalerie zusammengestellt, wo einige Abschnitte aus Deinem Trainerleben durch die Fotoagentur City-Press festgehalten wurden!

Hartmut Nickel auf Wikipedia

Freitag, 23. Oktober 2009

Interview mit Bundestrainer Uwe Krupp

Im Rahmen einer Hockeyweb-Kampagne zum Deutschland-Cup (6. bis 8. November in München) interviewte ich am Dienstag den Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp (wer ihn nicht kennt, Klickt mal HIER). Natürlich erst einmal zum Thema Deutschland-Cup. Im ferneren Gesprächsverlauf ging es auch um die Themen Olympische Spiele in Vancouver, sowie um die Weltmeisterschaften 2010 in Gelsenkirchen, Köln und Mannheim. Natürlich schnitt ich dies erst einmal nur an, weil sich kurz vor diesen Turnieren sicher noch weitere Interview-Termine finden würden.

Ein ewiges Thema ist der Nachwuchs. Hier gab es auch ein paar interessante Antworten. Ich glaube, zu diesem Thema könnte man ein ganzes Buch füllen.
Auch Krupps Zukunft ist zum Abschluss unseres Gespräches ein Thema gewesen.

Hier nun einml das Interview. Original ist es in drei Teile auf www.hockeyweb.de erschienen. Die jeweilige, bzw. angepassten Einleitungspassagen habe ich mal rausgelassen:

Herr Krupp, neuer Ort, neues Glück? Was denken Sie, wird am Standort München anders sein als letztes Jahr in Frankfurt oder die Jahre zuvor in Hannover? Was ist ihr Eindruck?

Uwe Krupp: Letztes Jahr in Mannheim und in Frankfurt hat es uns, auch vom Interesse der Zuschauer her, gefallen. München ist ein gutes Pflaster für uns, mit einem riesigen Einzugsgebiet von traditionellen Eishockey-Standorten wie Rosenheim, Landshut, Bad Tölz usw.. Von daher erwarten wir aus diesen Regionen viele Zuschauer, welche den bisherigen Weg zum Deutschland-Cup immer als ziemlich weit empfunden haben. Zuschauer die es auch verdient haben, Spitzeneishockey zu sehen.

Stellt der Deutschland-Cup in diesem Jahr eine andere Bedeutung dar? Mit den Olympischen Spielen und den Weltmeisterschaften im eigenen Land stehen noch zwei weitere, wichtigere Turniere an. Wo können die Eishockeyfans den Deutschland-Cup in diesem Jahr einordnen?

UK: Der Deutschland-Cup ist ganz wichtig für die nächsten Turniere. Hier können sich die Jungs zeigen und empfehlen. Wir wollen gut spielen und dabei schon genau schauen, mit wem wir weiter planen können. Es ist auch eine Chance für die Spieler, die neu im Kader sind oder eine zweite Chance bekommen werden. Beispielsweise bin ich sehr auf Thomas Greilinger gespannt. Es ist sehr beeindruckend, wie er sein Leben wieder in den Griff bekommen hat und in der DEL beim ERC Ingolstadt gute Leistungen zeigt.

Wie sieht es mit den “Neulingen” aus?

Da ist der Torwart der Eisbären, Rob Zepp, der definitiv in einem Spiel das Tor hüten wird. Auch hat Ingolstadts Verteidiger Jakub Ficenec jetzt einen deutschen Pass. Ebenfalls wird Jason Holland dabei sein. Der hat jetzt endliche eine Spielerlaubnis für die Nationalmannschaft. Aber auch noch weitere junge Spieler werden eine Chance bekommen. Der endgültige Kader steht erst circa eine Woche vor dem Turnier fest.

Was halten Sie denn generell von Spielern die nicht aus dem deutschen Nachwuchs stammen, sondern eingebürgert wurden?

Prinzipiell ist es mir egal, wo ein Spieler Schlittschuhlaufen gelernt hat. Es wäre auch falsch, wenn ich nicht auf deren Erfahrungen setzen würde. Ganz im Gegenteil, sie sind ja keine schlechten Spieler. Sie agieren seit Jahren in der DEL und kennen hierzulande das Eishockey gut. Im Endeffekt geht es für mich als Bundestrainer auch darum, die beste Mannschaft aufs Eis zu bringen. Ein Team, welches das Eishockey in Deutschland, sowie die DEL gut repräsentieren kann. Zudem ist es auch so, dass sich diese Spieler integrieren wollen. Sie versuchen sogar so gut wie möglich Deutsch zu sprechen und wollen auch, wie zum Beispiel TJ Mulock, international dazulernen.

Herr Krupp, gehen wir die Spiele beim Deutschland Cup einmal einzeln durch. Zum Auftakt geht es gegen die USA. Was ist zu erwarten?


Zu erwarten ist ein sehr emotionales Spiel. Die USA werden eine sehr starke Mannschaft haben. Zwar werden wir den genauen Kader erst kurz vor dem Spiel kennen, aber das sie gut sind, wissen wir jetzt schon. Auch wenn dort wohl Spieler agieren werden, die in Europa spielen. Es werden aber die Besten sein, die in Deutschland, der Schweiz oder in Skandinavien spielen.

Kann man behaupten, dass die US-Amerikaner dann nicht eingespielt sein könnten? Immerhin kommen sie ja erst kurz vor dem Turnier zusammen und spielen ja nicht wirklich oft miteinander?

Obwohl die nicht oft miteinander Spielen, kennen die sich doch sehr gut. Meist waren sie schon als Jugendliche in Spieler-Entwicklungs-Camps. Haben dort zusammen gewohnt, trainiert und gespielt. Das wirkt sicher noch bis heute nach und macht sie mit Sicherheit nicht schlechter.

Gegen die Slowakei. Ist dort vielleicht ein Sieg zu erwarten?

Sicher könnten wir gewinnen. Aber die Slowaken haben anscheinend ihre Schwächeperiode überstanden. Sie hatten schnell ein Nachwuchskonzept auf die Beine gestellt und lassen seit 2007 ihre U 20-Auswahl in der ersten Liga mitspielen. Dies könnte sich natürlich auch positiv für die Slowaken auszahlen. Denn Teile dieser Generation spielen nun auch in der A-Nationalmannschaft.

Im letzten Spiel geht es dann gegen die Schweiz. Das ewige Duell?

Vom ewigen Duell brauchen wir nicht mehr zu sprechen. Das war es zu den Zeiten, als Truntschka oder Kühnhackl noch für Deutschland spielten. Heute laufen wir den Schweizern hinterher. Die Schweizer haben sich zu einem Top-Team in Europa gemausert, sie sind auf Platz 7 der Weltrangliste. Auch wegen ihrer konsequenten Nachwuchsarbeit. Für mich sind die der Favorit auf den Turniersieg.

Herr Krupp, warum sollten sich die Eishockey-Fans unbedingt um Karten für den Deutschland-Cup bemühen?

Ganz einfach: Weil er durch die Teams sehr gut besetzt ist. Außerdem gibt es Eishockey auf einem Niveau geboten, welches die Fans hierzulande nicht so oft sehen.

Wie geht es nach dem Deutschland-Cup weiter? Gibt es dann schon die ersten Entscheidungen für die Olympischen Spiele in Vancouver, was den Kader betrifft?

Mit Sicherheit können wir schon die ersten Entscheidungen treffen. Mit den Eindrücken, die wir gesammelt haben. Aber auch für Spieler die uns nicht so überzeugt haben, ist die Tür nicht zu. Wir werden sie trotzdem weiter beobachten. Ansonsten fliege ich dann erst einmal nach Nordamerika um unsere Spieler aus der NHL und der AHL zu beobachten und mit ihnen zu reden.

Wann und wie entscheiden Sie, wer bei den Olympischen Spielen dabei sein wird?

Einen vorläufigen Kader müssen wir schon im Dezember melden. Wir werden dies, wie schon gesagt, anhand Leistungen beim Deutschland-Cup, sowie in den einzelnen Klubs bewerten.

Wie wichtig ist in diesem Zuge das Vorbereitungsspiel gegen Lettland in Frankfurt?

Eigentlich überhaupt nicht. Weil dort nur ein Teil der Spieler sein wird, die letztendlich mit nach Vancouver fliegen. Fehlen werden definitiv die Spieler, die in Nordamerika sind. Wir freuen uns zwar, am tollen Eishockey-Standort Frankfurt spielen zu dürfen, für das olympische Turnier hat dies aber keinen Stellenwert. So hart es auch klingt, aber in Vancouver werden wir ohne gute Vorbereitung antreten.

Trotzdem, was machen die Olympischen Spiele für einen Eishockeyprofi aus? Abwechslung vom Berufsalltag?


Die Olympischen Spiele sind für die Europäer etwas ganz besonderes. Auch für die Sportler. Die Olympischen Spiele sind ja in Vancouver , in Kanada. Die Spiele sind mehr im Fokus der Nordamerikaner und steigern deren Aufmerksamkeit. Dadurch gewinnt auch das olympische Eishockeyturnier mehr und mehr an Bedeutung. Das bringt auch die Spieler weiter, erweitert dessen Horizont. Dies war ja nicht immer so. Aber die Entwicklung ist ganz gut.

Nach den Olympischen Spielen steht im Mai des kommenden Jahres die Weltmeisterschaften im eigenen Land an. Bereits im Februar 2008 verkündeten Sie, dass sie bei dieser WM mit der Nationalmannschaft “etwas reissen” wollen. Ziel solle es nicht sein, gegen den Abstieg zu spielen. Der olympischen Gedanken soll in Vancouver gelassen werden. Können Sie nun das Ziel genauer definieren? Auch in Anbetracht der letzten WM in der Schweiz, die ja nun überhaupt nicht erfolgreich lief?

Wir wollen noch immer etwas reissen. Wir werden auch die Mannschaft aufstellen, die von diesem Ziel überzeugt ist, die etwas erreichen will. Ich bin davon überzeugt, dass wir dies auch schaffen können. Darauf haben wir hingearbeitet, dass wir so weit wie möglich kommen. Wichtig ist aber, das der Einsatz stimmt und keiner von uns enttäuscht ist. Das sind wir unseren Fans auch schuldig. Mit Sicherheit gab es auch Rückschläge, wie bei der letzten WM in der Schweiz. Diese haben wir aber ausführlich analysiert. Das wird uns weiter bringen.

Herr Krupp, schauen wir noch etwas auf den Nachwuchs. Wie zufrieden sind Sie mit der Nachwuchsarbeit hierzulande und was hat sich seit ihrem Amtsantritt im Dezember 2005 in ihren Augen verändert?

Leider hat sich nicht so viel verändert. Neue Talente kommen immer noch aus den selben Gegenden wie bisher. Es sind meist die bayrischen Vereine, welche die Kinder erst einmal zu Talenten entwickeln. Die Besten von denen gehen dann zu den Klubs, die aktive Nachwuchsarbeit betreiben. Berlin, Mannheim oder Köln seien hier mal genannt. Das war zu Beginn meiner Tätigkeit beim DEB schon so und ändert sich nur sehr schleppend. Positiv anzumerken ist aber die auf den Weg gebrachte Kooperation zwischen dem DEB und der DEL zur Nachwuchsförderung.

Sie nannten Mannheim im Zuge der Nachwuchsarbeit. Vielleicht sollten wir das Jungadlerprojekt etwas kritischer betrachten? In der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL) spielen dort die besten Talente Deutschlands. Allerdings stockt es nach dem altersbedingten Ausscheiden der Spieler von Seiten der Adler her etwas. Die besten Talente werden nur sehr stotternd in ihr DEL-Team integriert.

Fakt ist, die Mannheimer machen eine gute Nachwuchsarbeit. Ich glaube es würde noch schlechter um den deutschen Nachwuchs stehen, wenn es dieses Jungadler-Projekt nicht geben würde. Die Spieler werden dort gefördert und können sich gut aufs Eishockey konzentrieren. Das hilft uns auch in unseren Nachwuchs-Nationalmannschaften weiter. Wie Talente in das DEL-Team integriert werden, geht uns als DEB nichts an. Das ist die Arbeit des Klubs. Es ist aber auch nicht gesagt, dass ein DNL-Topscorer im nächsten Schritt auf dem selben Level bleibt.

Was wäre denn der beste nächste Schritt für einen jungen Spieler, der mit 18 oder 19 Jahren aus der DNL kommt?

Natürlich gibt es auch Ausnahmen, die es gleich in die DEL schaffen. Aber der beste Weg wäre es sicher, wenn sich die Spieler langsam von der Oberliga her, über die 2.Bundesliga für die DEL entwickeln. Bestes Beispiel dafür ist Michael Wolf. Er spielte sich über beide Ligen bis in die DEL und ist heute wahrscheinlich der beste deutsche Stürmer.

Allerdings locken ja auch schon DEL-Klubs mit Verträgen?

Mag sein. Aber wie viele können sich dort letztendlich durchsetzen? Wenn man drei Jahre nur vierte Reihe spielt und es als Aufgabe hat, die Scheibe tief zu spielen, der kann sich nicht wirklich weiterentwickeln. Das Problem ist aber auch, dass einigen Spielern das schon genügt. Dann haben sie noch ein vom Klub gestelltes Auto und fühlen sich dann gut. Aber spielerisch nutzt es ihnen nichts, wenn sie nach dem Training die Pucks einsammeln und nur sporadisch zum Einsatz kommen.

Ein Fokus liegt auf das U20 DEB-Team, welches am Pokalwettbewerb der Eishockey-Spielbetriebs-Gesellschaft ESBG teilnimmt. Immerhin wurde ein nicht so schlecht aufgestelltes Dresdner Zweitliga-Team geschlagen. Wie ist dieser Sieg zu bewerten?

Zunächst ist es für mich absolut positiv zu bewerten, dass sich die ESBG-Klubs so schnell zusammengeschlossen haben und diesen Pokalwettbewerb fix ins Leben riefen. Es ist beeindruckend zu sehen, dass sich diese Klubs im Bezug auf den Nachwuchs in der Pflicht sehen. Der Sieg in Dresden war natürlich eine tolle Sache für uns. Eigentlich, dass wir überhaupt spielen konnten. Auch die Bedingungen dort waren für uns als U20-Team fantastisch. Auch Dank Dresdens Sportchef Steffen Ziesche, der nicht nur ein Förderer des Nachwuchses ist, sondern uns auch in vielerlei Hinsicht geholfen hatte. Der Sieg soll uns natürlich Schwung für weitere Aufgaben geben.

Ist es denn als Bundestrainer schwierig, zu den Trainern der einzelnen Klubs oder Vereine Kontakt zu haben?


Überhaupt nicht. Die Trainer von den Klubs die Nationalspieler abstellen, sind absolut offen mir gegenüber. Dadurch das ich jetzt in Deutschland lebe, besuche ich viele Spiele und habe viel Kontakt mit den Klubs.

Wäre es für Sie nicht reizvoll, selbst einmal in einem DEL-Klub mit Entwicklungspotenzial zu arbeiten? Mal selber an der Basis mit anzupacken?

Momentan konzentriere ich mich voll und ganz auf die anstehenden Turniere. Nach den Weltmeisterschaften bin ich dann schon fünf Jahre dabei. Eine ganz schön lange Zeit. Vielleicht will ich dann etwas verändern. Ob dann aber die DEL die erste Option für mich ist, kann ich auch noch nicht sagen.

Der Name Krupp tauchte dieser Tage in den Hamburger Medien im Zusammenhang mit der Suche der Hamburg Freezers nach einem Sportdirektor auf. Nur ein Gerücht oder gibt es Kontakte mit den Freezers-Verantwortlichen?

Ich hatte keinen Kontakt.

Herr Krupp, vielen dank für das ausführliche Interview.

Kein Problem.

Montag, 14. September 2009

Meine Meinung!

Eisbären vs. Thomas Sabo Ice Tigers

Eisbären: In sieben Sekunden zum Sieg über Nürnberg
Berlin, 13.September 2009

Mit 3:1 gewannen in einer spielerisch eher mäßigen Partie die Eisbären Berlin gegen die Thomas Sabo Ice Tigers. Sieben Sekunden brauchten dabei die Berliner, um die Weichen auf Sieg zu stellen.

Etwas Pech hatten die Eisbären nach dem ersten Treffer der Ice Tigers zum 0:1 Rückstand. Dies meinte jedenfalls Berlins Verteidiger Andy Roach mit seiner Erfahrung von nunmehr genau 500 DEL-Spielen. Glücklich war es aber nicht, das Tor von Adrian Grygiel, sondern eher sauber in den Kasten von Rob Zepp gearbeitet. Dass davor eigentlich die Eisbären die besseren Möglichkeiten hatten, ist ja bekanntlich in diesem Moment egal.

Trotzdem, oder vielleicht sogar deswegen, machten die Berliner genau da weiter, wo sie aufgehört hatten. Lohn der Mühen: Ein Doppelpack in der achten Spielminute. Erst überwand Stefan Ustorf Nürnbergs Adam Svoboda, sieben Sekunden später erhöhte Steve Walker im Zusammenspiel mit Florian Busch auf 2:1. Für Nürnbergs Trainer Andreas Brockmann zwei individuelle Fehler seiner Mannen. „Beim zweiten Treffer sogar ein Katastrophaler!“.

Mit dem 2:1 Spielstand und einer recht ausgeglichenen Chancen-Verteilung ging es bis hinein ins Schlussdrittel. Dort war es dann Jeff Friesen, der knapp drei Minuten vor Spielende das 3:1 erzielte. Der „Todesstoss“ für die Ice Tigers, die bis dahin gut gekämpft (Brockmann: „Ich kann es nicht mehr hören das wir gut gekämpft haben und keinen Punkt mitnehmen!“) hatten.

Nicht nur für die 14000 Zuschauer in der Berliner o2 World lebte das Spiel eher von der Spannung des knappen Spielstandes. Auch Berlins Trainer Don Jackson sah eine eher mäßige Leistung der Akteure auf dem Eis. (ovk)
­

­

Tore:
03:43 0:1 Grygiel A. (Spang D., Keller F.), EQ
07:32 1:1 Ustorf S. (Mulock T. J., Friesen J.), EQ
07:39 2:1 Walker S. (Busch F.), EQ
57:16 3:1 Friesen J. (Mulock T. J., Walser D.), EQ

Torschüsse
Eisbären 27 (13,7,7)
Nürnberg 22 (11,8,3)

Strafminuten:
Eisbären 16 (2,8,6)
Nürnberg 14 (2,6,6)

Schiedsrichter:
Daniel Piechaczek/ Ulpi Sicorschi

Zuschauer:
14.000

Eisbären vs. ERC Ingolstadt

Eisbären mit Sieg im Heimauftakt
Berlin, 6.September 2009

Mit 3:0 gegen den ERC Ingolstadt ge­wannen die Eisbären Berlin ihr erstes Heimspiel in der neuen Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Vor 14100 Zuschauern in der o2 World konnten die Berliner so die Scharte ihrer Auftaktniederlage bei den Kassel Huskies (3:8) auswetzen. Dabei agierte der Titelverteidiger diesmal in der Defensive souverän.

Mit dabei war wieder der Berliner Torhüter Rob Zepp, welcher zuletzt nach einer Rippenprellung noch pausieren musste. Anscheinend hatte er diese gut in den Griff bekommen, denn er konnte seinen Kasten sauber halten.

Von Anfang an dominierten die Eisbären das Spiel, ließen den Gästen kaum eine Chance zu. Selbst der Ingolstädter Trainer Bob Manno sah dies bereits in der 11. Spielminute ein („Ich wusste, dass wir das Time-out zum Ende des Spiels nicht mehr brauchen“) und nahm noch einmal zur Erinnerung des Panthers-Gameplan („Wir wollten mit einem Unentschieden aus dem ersten Drittel gehen!“) eine Auszeit. Klappte auch, denn die Berliner konnten keinen Puck hinter Dimitri Pätzold unterbringen.

Fast zwanzig Minute nach der Auszeit dauerte die „Ingolstädter Blockade“ noch an, ehe Steve Walker eher unspektakulär am langen Pfosten einen Querpass von Stefan Ustorf in die Maschen umleitete. Etwas mehr als sieben Minuten später erhöhte Neuzugang Jeff Friesen den Spielstand um ein weiteres Tor. Noch in der Pause analysierte er, dass seine Eisbären ihre Spielweise noch einmal steigern müssten. Der einstige NHL-Profi lebte es so seinen Mitspielern vor. Denn schon am ersten Tor hatte er seine Anteile.

Auch im letzten Drittel setzten die Eisbären ihre Präsenz fort, erzielten durch André Rankel den 3:0-Endstand.

Für Eisbären-Trainer Don Jackson ein gelungener Nachmittag: „Wir haben hart gearbeitet. Die Jungs waren richtig stark.“(ovk)
­­


Tore:
30:46 1:0 Walker S. (Ustorf S., Friesen J.), EQ
38:04 2:0 Friesen J. (Ustorf S., Mulock T. J.), EQ
46:01 3:0 Rankel A. (Degon M., Felski S.)

Strafminuten:
Eisbären 6 (2,0,4)
Ingolstadt 14 (4,0,10)

Schiedsrichter:
Stephan Bauer

Zuschauer:
14.100

Teamcheck Eisbären Berlin

Erstellt für www.hockeyweb.de

Eine neue Reise beginnt
Berlin, 3.September 2009

Das ist neu 2009/10

Fünf neue Spieler hat der Eisbären-Kader in der kommenden Spielzeit. Einer davon ist aber ein alter Bekannter. Verteidiger Derrick Walser agierte bereits von 2004 bis 2006 in Berlin und hinterließ einen bleibenden Eindruck. Nach dem überraschenden Abgang von Deron Quint in die KHL war letztendlich der Weg für sein Comeback auf dem Berliner Eis frei. Allerdings hat Walser an seiner Fitness noch hart zu arbeiten. „Derrick ist sehr talentiert. Er soll einer der besten Spieler unseres Teams und der Liga werden.“, sagt Coach Jackson zum „alten Neuen“.

An Marvin Degon waren die Eisbären bereits vor der abgelaufenen Saison interessiert. Nur zögerte der US-Amerikaner für die Eisbären einen Tick zu lange mit der Unterschrift, weil er doch noch mit einem Engagement in der NHL liebäugelte. Als dies nicht klappte, unterschrieb er einen Einjahresvertrag bei den Grizzly Adams Wolfsburg und war somit schon einmal geografisch gesehen in der Nähe der Berliner. Degon ersetzt die Kontingentstelle des zehn Jahre älteren Brandon Smith (36), der von den Eisbären kein neues Angebot mehr bekam. Degon bewies laut Jackson bereits in der abgelaufenen Saison, sowie nach der Vorbereitung, dass er ein kompakter Spieler ist.

Mit Nationalstürmer T.J. Mulock kommt ein Topspieler aus der 2.Bundesliga, der es genauso wie sein Bruder Tyson in der deutschen Eliteklasse versuchen möchte. Ob er die Aufgaben eines Spielers wie Nathan Robinson übernehmen kann, ist allerdings fraglich. Bisher machte er aber einen guten Eindruck. Zeigte Leidenschaft, Bissigkeit und harten Einsatz. Auch Eisbären-Routinier Stefan Ustorf bescheinigte ihm bisher, ein „guter Eishockeyspieler“ zu sein.

Bei der Verpflichtung von Chris Hahn schieden sich die Geister. In der Vorbereitungsphase des Meisters hatte er allerdings einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Schnell und technisch gut beschlagen, geht der mit 1,74 m doch recht kleine Spieler auch dem Körperbetonten Spiel nicht aus dem Weg. Er spielt hart, schnell und klug und ist wohl ein idealer Mann für das Unterzahl-Spiel. Der vor 24 Jahre in Kanada geborene Hahn besitzt aufgrund seiner Vorfahren einen deutschen Pass.

Gebürtige Deutsche ist auch die Mutter von Jeff Friesen, dem fünften Neuzugang der Eisbären. Der 33-Jährige kam auf die Empfehlung von Marco Sturm an die Spree. Zwei Jahre lang hatte der Kanadier nicht der Hartgummischeibe hinterher gejagt und versucht nun in Deutschland wieder auf Kurs zu kommen. Zunächst im Training, sowie in den Testspielen konnte der einstige NHL-Star (fast 1000 Spiele) letztendlich nicht nur Mannschaft und Trainer, sondern auch Manager Peter John Lee überzeugen.

Das muss besser werden

Sucht man bei dem Team, welches zuletzt die Liga dominierte nach Verbesserungen, ist dies ein schweres unterfangen. Aber tatsächlich gibt es einige Punkte, die verbessert werden könnten. Vor allem gegen deutlich schwächere Teams lassen die Berliner öfter den „Bruder Leichtfuss“ agieren. Natürlich sind auch in dem langen Saisonverlauf schwächere Spiele nicht ausgeschlossen, aber gerade bei solchen Begegnungen schien bisher die Motivation nicht immer vollends vorhanden zu sein. Auch in der Abwehr gab es bisher die einen oder anderen Aussetzer. Zwar ist bei den Eisbären der „Angriff die beste Verteidigung“, allerdings erlebt man auch öfter ein „wie gewonnen, so zerronnen“, wenn nach dem umjubelten Tor der plötzliche Gegentreffer fällt.

Das könnte passieren

Die Eisbären gelten erneut als Titelfavorit. Das erreichen der Play-offs ist von daher kein Wunschdenken, sondern auch Anspruch. Anders als in der abgelaufenen Spielzeit müssen sich die Jackson-Schützlinge nur auf die DEL konzentrieren, da die Champions Hockey League (CHL) in dieser Saison pausiert. Andererseits fehlt nun auch die internationale Herausforderung, welche nicht nur Geld in die Kassen des Klubs spülte, sondern vor Allem in der weiteren Entwicklung der meist jungen Spieler sehr förderlich war.

Fazit

Die Eisbären befinden sich auf nahezu demselben Weg wie in den letzten Jahren. Wobei die Mischung immer besser und reifer wird. Allerdings gilt es in der Entwicklung der jungen Spieler nun auch darum, dass diese immer mehr Verantwortung übernehmen müssen um vielleicht schon ab der Saison 2010/11 in die Positionen der Routiniers Steve Walker (36 Jahre alt) oder Stefan Ustorf (35) zu schlüpfen. Ein Umbruch in den nächsten Jahren ist unausweichlich.

Abzuwarten bleibt auch, wie sich der Doping-Ärger um Florian Busch entwickelt. Wird der 24-jährige gebürtige Bayer im weiteren Saisonverlauf für den Spielbetrieb in der DEL gesperrt, so wäre das für die Eisbären, trotz eines tief besetzten Kaders, ein herber Verlust. Spannend könnte es auch werden, falls sich Torhüter Rob Zepp verletzen sollte. Mit Sebastian Albrecht und Markus Keller haben dort die Berliner zwei DEL-Neulinge auf der Back-up-Position. Allerdings hätte Manager Lee wenigstens mit den noch freien Ausländer-Lizenzen etwas mehr Flexibilität. Im Fazit sind die Berliner aber gut gerüstet, um sich der von einigen Gegnern ausgerufenen „Eisbärenjagd“ zu stellen.

Oliver Koch

Montag, 3. August 2009

Der Sommer...

... ist zwar weder meteologisch noch kalendarisch vorbei, allerdings für uns Freunde der gleitenden Hartgummischeibe.
Meine Meldung für Hockeyweb war aber noch eher knapp, wobei die Botschaft eher auf die verspätete Landung des Goalies gemünzt war.

Here it is...

Eisbären: Meister startet in die Vorbereitung
Berlin, 2.August 2009

Auch beim Meister Eisbären Berlin beginnt in der kommenden Woche die Saisonvorbereitung. Am Montag und Dienstag stehen die Fitness-Test auf dem Programm, ab Mittwoch geht es dann zum Eis-Training in den Wellblechpalast.

Fehlen wird dann aber noch Torhüter Rob Zepp, der seinen Flug aus Nordamerika kurzfristig absagen musste. Grund dafür ist ein Magen-Darm-Virus. Der Meister-Keeper wird am Mittwoch in der Hauptstadt erwartet.

Die ersten Testspiele absolvieren die Berliner beim Clean-Rohr-Cup in Dresden (14. - 16. August), wo es neben Gastgeber Eislöwen Dresden (2.Bundesliga) gegen Ligarivalen Grizzly Adams Wolfsburg sowie Pilsen (tschechische Extraliga) geht. (ovk)